Nicht nur helfen, wo Leid sichtbar wird, sondern verhindern, dass neues Leid entsteht

Wir mögen Rettungsgeschichten: in Hund wird gefunden. Jemand kümmert sich. Er wird versorgt, gesund gepflegt und bekommt vielleicht irgendwann ein Zuhause.

Solche Geschichten sind wichtig und einige unserer Hunde wären ohne genau solche Hilfe heute nicht bei uns.

Aber während dieser eine Hund gerettet wird, werden an anderer Stelle bereits die nächsten Welpen geboren. Viele davon werden nie ein Zuhause finden. Manche landen auf der Straße, manche in überfüllten Sheltern, manche überleben die ersten Wochen nicht.

Genau deshalb gehört Kastration für uns zu den wichtigsten Themen im Tierschutz.

Nicht, weil es besonders spektakulär ist.

Sondern weil es wirkt.


Das Problem beginnt nicht erst im Shelter

In Albanien leben viele Hunde und Katzen auf der Straße. Einige wurden dort geboren, andere wurden ausgesetzt. Auch Haustiere werden häufig nicht kastriert. Unerwünschter Nachwuchs landet dann nicht selten ebenfalls auf der Straße.

So entsteht ein Kreislauf, der sich ohne konsequente Kastrationen kaum durchbrechen lässt.

Die Folgen sieht man vor Ort sehr deutlich:

  • Hunde, die zwischen Autos nach Futter suchen
  • kranke oder verletzte Tiere ohne medizinische Versorgung
  • Hündinnen mit immer neuen Würfen
  • Welpen, die kaum Überlebenschancen haben
  • überfüllte Shelter und Auffangstationen
  • viele Tiere, für die sich niemand zuständig fühlt

Wer das langfristig verändern möchte, muss früher ansetzen.

Nicht erst dort, wo das Leid schon sichtbar ist.

Sondern dort, wo es entsteht.


Warum Kastrationen so wichtig sind

Eine Kastration hilft nicht nur einem einzelnen Tier sondern verhindert zukünftige Würfe und damit zukünftiges Leid. Weniger ungewollte Welpen bedeuten langfristig:

  • weniger Straßenhunde
  • weniger Hunger
  • weniger Krankheiten
  • weniger Verkehrsunfälle
  • weniger ausgesetzte Tiere
  • weniger Druck auf Shelter und Pflegestellen
  • weniger spätere Notfälle

Natürlich kann niemand seriös berechnen, wie viele Tiere durch eine einzelne Kastration niemals geboren werden. Solche Hochrechnungen klingen oft beeindruckend, hängen aber von vielen Faktoren ab: Region, Populationsgröße, bereits erreichte Kastrationsquote, Geschlechterverhältnis, Gesundheitslage und Dauer des Programms.

Was man aber sicher sagen kann:

Jede Kastration verhindert zukünftige Würfe. Und jede verhinderte Geburt kann zukünftiges Leid verhindern.

Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten beschreiben Fruchtbarkeitskontrolle als wichtigen Bestandteil im Management freilebender Hundepopulationen. Eine systematische Untersuchung kam zudem zu dem Ergebnis, dass Fertilitätskontrolle unter den untersuchten Maßnahmen den größten berichteten Effekt auf die Populationsgröße hatte, weist aber auch darauf hin, dass Studienqualität und Vergleichbarkeit verbessert werden müssen. [pmc.ncbi.nlm.nih.gov]


Kastrieren statt töten: CNVR in Durrës

Unser Partnerverein JETA – Tier und Mensch arbeitet in Durrës auf Basis eines offiziellen Abkommens mit der Stadt.

Das Ziel: Straßentiere sollen nicht getötet werden.

Stattdessen setzt JETA auf die sogenannte CNVR-Methode:

Catch – Neuter – Vaccinate – Return

Also:

Einfangen.
Kastrieren.
Impfen.
Zurückbringen.

Die Tiere werden medizinisch versorgt, kastriert, gekennzeichnet und wieder in ihr gewohntes Umfeld zurückgebracht. Jeder behandelte Hund erhält eine sichtbare Ohrmarke. So ist erkennbar, dass der Hund bereits kastriert wurde.

Das ist kein schneller Effekt für ein schönes Foto. Es ist praktische, langfristige Tierschutzarbeit.

Organisationen wie Humane World for Animals beschreiben, dass Kastrationsprogramme strategisch geplant und in ausreichender Geschwindigkeit umgesetzt werden müssen, damit sie die Populationsentwicklung tatsächlich beeinflussen können. [humaneworld.org]


Die Situation in Durrës

Allein in Durrës wird die Zahl der Straßenhunde auf etwa 4.000 bis 5.000 Tiere geschätzt. Die Zahl der frei lebenden Katzen dürfte noch höher liegen.

Das zeigt, wie groß die Aufgabe ist.

Einzelne Hunde zu retten, bleibt wichtig. Einige unserer eigenen Hunde sind genau dadurch heute in Sicherheit. Aber ohne Kastrationsprogramme entstehen immer wieder und immer schneller neue Notfälle. Deshalb unterstützt JETA nicht nur einzelne Tiere, sondern arbeitet auch an der Ursache des Problems.


Schon über 5.000 kastrierte Tiere durch JETA

JETA – Tier und Mensch hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren mit großflächigen Kastrationsprojekten bereits mehr als 5.000 Tiere kastrieren können.

Darunter:

  • über 3.200 Straßenhunde
  • rund 1.800 Straßenkatzen

Diese Zahlen bedeuten tausende Tiere, die keinen weiteren ungewollten Nachwuchs mehr bekommen können: weniger künftige Würfe.

Und sie bedeuten, dass Tierschutz nicht erst im Moment der Rettung beginnt, sondern schon vorher.


Was kostet eine Kastration in Albanien?

In Albanien kann für etwa 50 bis 75 Euro eine Kastration durchgeführt werden. Die tatsächlichen Kosten hängen davon ab, ob es sich um einen Hund oder eine Katze handelt, ob das Tier männlich oder weiblich ist, wie der Gesundheitszustand ist, welche Nachsorge notwendig wird und natürlich auch, wer die Kastration durchführt.

Verschiedene Tierschutzorganisationen in Albanien nennen ähnliche Größenordnungen. 4 Zampe Rescue Albania kalkuliert beispielsweise mit rund 50 Euro pro Tier für eine Sterilisation inklusive medizinischer Grundversorgung, Impfungen, Parasitenbehandlung und Nachsorge. [4zamperesc…lbania.com]

Für uns ist das ein wichtiger Punkt.

Denn viele Menschen vermuten, dass nachhaltige Hilfe nur mit großen Summen möglich ist. Das stimmt aber zum Glück nicht immer.In Durres kann schon ein überschaubarer Betrag langfristig etwas verändern.

Kastration und Aufklärung gehören zusammen

Kastrationen allein lösen nicht jedes Problem. Genauso wichtig ist Aufklärung.

Viele ungewollte Würfe entstehen nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil Wissen fehlt, Geld fehlt oder der Zugang zu tierärztlicher Versorgung schwierig ist. Deshalb sind Sensibilisierung, Zusammenarbeit mit Behörden, lokale Strukturen und der Austausch mit Tierhalterinnen und Tierhaltern so wichtig.

Je mehr Menschen verstehen, warum Kastration sinnvoll ist, desto größer wird die Chance, dass sich langfristig etwas verändert.


Warum das auch für Unternehmen interessant ist

Kastrationsprojekte eignen sich besonders für Unternehmen, Stiftungen oder Menschen, die gesellschaftliche Verantwortung mit konkreter Wirkung verbinden möchten.

Der Ansatz ist klar:

Ein reales Problem. – Eine konkrete Maßnahme.
Ein nachvollziehbarer Mitteleinsatz. – Eine langfristige Wirkung.

Gerade im Bereich ESG oder Corporate Social Responsibility geht es oft darum, nicht nur sichtbar zu unterstützen, sondern sinnvoll.https://nature-and-freedom.de/fuer-unternehmen/

Kastrationsprojekte sind dafür ein gutes Beispiel. Sie sind nicht laut, nicht glamourös und selten fotogen. Aber sie gehen an die Ursache.


So kannst Du helfen

Wenn Du unsere Kastrationsprojekte unterstützen möchtest, kannst Du gezielt für die Arbeit von JETA in Albanien spenden. https://www.paypal.com/donate?hosted_button_id=C74H6LAEQX5NL